Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe : Roman

Winkler, Josef, 2018
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Medienart Buch
ISBN 978-3-518-42796-5
Verfasser Winkler, Josef Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen,
Interessenskreis Moderne Literatur
Verlag Suhrkamp
Ort Berlin
Jahr 2018
Umfang 195 S.
Altersbeschränkung keine
Auflage 1. Aufl.
Sprache deutsch
Verfasserangabe Josef Winkler
Annotation "Warum hast du geschwiegen, Tate?" Josef Winklers wortgewaltiger Brief an den Vater kreist um diese Frage. Im Gegensatz zur Mutter, die tatsächlich fast sprachlos war, erzählte der Vater - wie die meisten Männer seiner Generation - viel und gern, vor allem Überlebensgeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg. Geschwiegen hat er jedoch über die Leiche, die 1945 auf seinem Grundstück verscharrt worden war. Der Kärntner Kriegsverbrecher Odilo Globocnik hatte, nachdem er von britischen Besatzern enttarnt worden war, in der Nähe von Winklers Heimatort Selbstmord begangen. Da der Pfarrer sich weigerte, ihn in geweihter Erde zu bestatten, hob man eine Grube aus und pflanzte darüber Getreide an. Die Familie Winkler buk daraus ihr Brot und nährte sich folglich, wie der Autor erst Jahrzehnte später zu seinem Schrecken erfuhr, von den verrotteten Überresten des Massenmörders.
In der Dorfgemeinschaft vermengt sich ein finsterer Katholizismus mit Restbeständen der Naziideologie. Es gelten die Parolen: "Neugierige Leute sterben früher" und "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Winklers Abrechnung mit dieser Mentalität weitet sich aus zu einer Anklage gegen die allgegenwärtige Gewalt gegenüber Mensch und Tier. (bn-bibliotheksnachrichten, Renate Langer)

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