Nils geht

Kreslehner, Gabi, 2020
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Exemplare gesamt 1
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Medienart Buch
ISBN 978-3-7022-3843-8
Verfasser Kreslehner, Gabi Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen,
Interessenskreis Für junge Erwachsene, Außenseiter
Verlag Tyrolia
Ort Innsbruck
Jahr 2020
Umfang 139 S.
Altersbeschränkung keine
Auflage 2. Aufl.
Sprache deutsch
Verfasserangabe Gabi Kreslehner
Annotation Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Claudia Sackl;
Nach einem Vorfall an der Schule, bei dem Jo mit einem Messer verletzt wurde, ist Nils spurlos verschwunden. Ausgehend davon nähert sich Gabi Kreslehner in ihrem neuen Jugendroman Stück für Stück an die vergangenen Ereignisse an: Täglich wurde der schüchterne Außenseiter Nils von den fürchterlichen Vier (Jo, Rasmus, Fadi und Mila) gequält. Die Mitschüler_innen und Lehrer_innen sehen weg, seine alleinerziehende Mutter will er nicht noch mehr belasten. Im Angesicht des schweigenden, untätigen Umfelds sieht sich Nils in einer ausweglosen Situation. Bis sich Mila und er in privaten Nachhilfestunden näher kommen, was der wohlstandsverwahrloste Jo gar nicht gerne sieht
Es entspinnt sich eine tragische Mobbing-Geschichte, die detaillierte Einblicke in die Handlungsmotivationen verschiedener Figuren gibt und klassische Machtverhältnisse zwischen den Schüler_innen sowie innerhalb des Lehrer_innenkollegiums ganz klar offenlegt. Dabei erweisen sich die meisten Figuren von Opfer, Tätern und Mitläufer_innen eher als Typen, während Mila als vielschichtige und ambivalente Figur auftritt, die einem komplexen Entwicklungsprozess unterzogen wird. Daran knüpfen auch die auf stimmige Weise symbolisch aufgeladenen Raumdarstellungen an: Zur Dreh- und Angelscheibe der Geschehnisse und Figurenbeziehungen wird jener Garten, den sich Mila in Jos Villa als ihren persönlichen Rückzugsort angelegt hat.
Dass Gabi Kreslehner ihr Handwerk beherrscht, beweist die österreichische Autorin vor allem in jenen Einschüben, die die konventionell, chronologisch erzählten Passagen unterbrechen und die in fragmentierter, filmischer Narrationsweise Befragungssituationen zwischen Schüler_innen und Polizeipsycholog_innen wiedergeben. Auditive und visuelle Eindrücke werden in diesen ganz auf Dialoge beschränkten Abschnitten komplett ausgespart; innere Vorgänge wie Gedanken und Gefühle bleiben nur anhand jener Äußerungen ablesbar, hinter denen die Erzählstimme vollständig zurücktritt und von denen man gerne noch mehr gelesen hätte.

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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Cornelia Stahl;
Von Mitläufern und Außenseitern. (ab 13) (JE)
Nicht nur Jugendliche, auch Erwachsene möchten irgendwo dazugehören, sei es in der Familie, in der Klassengemeinschaft oder im Leseclub einer Bibliothek.
Doch Nils, 15, wird die Zugehörigkeit in der Schule verunmöglicht. Als Neuer in der Klasse trifft er auf eine in sich geschlossene Clique, ihnen voran Jo als Alphatier, der Nils immer nur Detlef nennt und dessen Schulrucksack durch die Klasse schleudert. Nils kämpft vergeblich gegen tägliche Mobbingszenen, doch alle SchülerInnen folgen Jos Vorgaben.
Als Gruppenmitglied Maja kurz vor der Prüfung plötzlich Nachhilfe von Lehrer Paulsen verordnet bekommt, kippt die Stimmung. Ausgerechnet Nils soll diese Aufgabe übernehmen. Majas Bewunderung für seine Rechenkünste steigern sein Selbstwertgefühl. In Jo beginnt es innerlich zu brodeln, er schmiedet Rachepläne, bis eines Tages die Situation eskaliert.
Gabi Kreslehner, Jahrgang 1965, Lehrerin, erzählt in flottem Tempo, baut einen Spannungsbogen, der kaum Atempausen zulässt. Das Erzählte wirkt authentisch bis kurz vor Ende, als Nils nach seiner Flucht wieder in die Klasse zurückkehrt, ohne Folgen für die Mobber. Das Schweigen zu durchbrechen, das suggeriert dieser Text! Empfehlenswert!

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Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp);
Autor: Ruth Schmidhammer;
Der preisgekrönten österreichischen Autorin ist ein weiteres sehr wichtiges Buch gelungen, das zum Nachdenken anregt, aber auch den Spannungsbogen bis zum Ende sehr hochhält.
Die Polizei befragt Mitschülerinnen und Mitschüler zu Nils, der nach einem Ausraster verschwunden ist.
So erfahren wir in Rückblenden, wie es so weit kommen konnte, dass der ruhige, friedliche Nils mit einem Messer auf Joe losgegangen ist. Lange hat sich Nils die Demütigungen und das Mobbing von Joe und seiner Gruppe, gefallen lassen. Geholfen hat dem Jungen niemand, auch die Mitschüler*innen, die mit Joe nichts zu tun haben wollten, waren nicht mutig genug, einzuschreiten. Die Angst, das nächste Opfer der Gruppe zu werden, war zu groß.
Als Nils auf Anraten des Mathematiklehrers, Mila Nachhilfe gibt und das Mädchen dann den Aufstieg in die nächste Klasse schafft, wird Joe eifersüchtig und lässt Nils beobachten. Mila gibt Joe zu verstehen, dass sie an ihm nicht interessiert ist und da beschließt Joe einen brutalen Überfall auf Nils. Diesmal allerdings lässt sich Nils das nicht gefallen.
Sehr geschockt werden abwechselnd die Befragungen mit der eigentlichen Erzählung über Nils als Protagonisten verbunden.
Ein sehr empfehlenswerter Roman für Schüler*innen und auch ihre Lehrpersonen. (ab 12 J.)

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